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Einfach erklärt

Gewebefaden

Gewebefäden sind die einzelnen Fäden, aus denen ein Stoff gewebt wird. Beim Sticken auf Leinen dienen sie als Raster: Beim Kreuzstich wird häufig über zwei Gewebefäden in der Breite und zwei in der Höhe gestickt.

Stoffe

Was ist ein Gewebefaden?

Ein Stoff besteht aus vielen einzelnen Fäden, die miteinander verwoben werden. Diese einzelnen Fäden bezeichnet man als Gewebefäden.

Beim Sticken auf Leinen sind die Gewebefäden besonders wichtig, denn sie bilden das Raster, an dem du dich beim Zählen und Platzieren der Kreuzstiche orientierst.

Wie entsteht aus Gewebefäden ein Stoff?

Beim Weben verlaufen Fäden in zwei Richtungen: längs und quer. Durch das regelmäßige Über- und Untereinanderführen dieser Fäden entsteht das Gewebe.

Begriff Bedeutung
Kettfäden verlaufen in Längsrichtung des Gewebes
Schussfäden verlaufen quer zu den Kettfäden
Gewebefäden übergeordnete Bezeichnung für die Fäden des Gewebes

Was bedeutet „über zwei Gewebefäden sticken“?

Beim Kreuzstich auf Leinen wird häufig über zwei Gewebefäden gestickt. Das bedeutet, dass ein Kreuz nicht direkt über den Abstand zwischen zwei benachbarten Fäden gearbeitet wird.

Stattdessen überspannt der Kreuzstich jeweils zwei Gewebefäden in der Breite und zwei Gewebefäden in der Höhe.

Beispiel:
Beim Sticken über zwei Gewebefäden überspannt ein vollständiger Kreuzstich ein Raster von 2 × 2 Gewebefäden.

Warum wird auf Leinen häufig über zwei Fäden gestickt?

Durch das Sticken über zwei Gewebefäden entsteht ein gut nutzbares Raster für den Kreuzstich. Gleichzeitig bleibt die charakteristische Struktur des Leinens sichtbar.

Außerdem lässt sich aus der Fadendichte des Stoffes leicht bestimmen, wie viele Kreuzstiche auf einen Zentimeter passen.

Gewebefäden pro cm ÷ 2 = ungefähr mögliche Kreuzstiche pro cm
Beispiel bei 12-fädigem Leinen:
12 Gewebefäden pro cm ÷ 2 = ca. 6 Kreuzstiche pro cm

Was hat der Gewebefaden mit der Fadendichte zu tun?

Die Fadendichte beschreibt, wie viele Gewebefäden sich auf einer bestimmten Strecke befinden. Bei einem 12-fädigen Leinen sind es beispielsweise ungefähr 12 Gewebefäden pro Zentimeter.

Je mehr Gewebefäden auf einen Zentimeter kommen, desto feiner ist das Gewebe. Werden die Kreuzstiche weiterhin über zwei Gewebefäden gearbeitet, werden dadurch auch die einzelnen Kreuze kleiner.

Leinen Gewebefäden pro cm Beim Sticken über 2 Fäden
11-fädig ca. 11 ca. 5,5 Kreuze/cm
12-fädig ca. 12 ca. 6 Kreuze/cm
14-fädig ca. 14 ca. 7 Kreuze/cm
16-fädig ca. 16 ca. 8 Kreuze/cm
MWi Tipp: Wenn dir das Zählen auf Leinen anfangs schwerfällt, schau dir zunächst bewusst die einzelnen waagerechten und senkrechten Gewebefäden an. Sobald du das 2 × 2-Raster erkennst, wird die Orientierung beim Kreuzstich schnell einfacher.

Kann man auch über einen Gewebefaden sticken?

Ja. Auf geeigneten feinen Geweben kann auch über nur einen Gewebefaden gestickt werden. Die einzelnen Stiche werden dadurch wesentlich kleiner und das Motiv entsprechend feiner.

Für den klassischen Kreuzstich auf Leinen ist das Arbeiten über zwei Gewebefäden jedoch eine sehr gebräuchliche Variante.

Gut zu wissen

Der Gewebefaden ist kein zusätzliches Stickmaterial. Gemeint sind die Fäden, aus denen der Stickstoff selbst besteht. Beim gezählten Sticken werden sie gewissermaßen zum natürlichen Raster des Stoffes.

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