Leinen
Leinen ist ein natürlicher Stoff aus Flachsfasern und ein klassischer Stickgrund für Kreuzstich und andere Sticktechniken. Seine sichtbare Gewebestruktur ermöglicht das genaue Zählen der Fäden und verleiht Stickarbeiten einen besonders natürlichen Charakter.
Was ist Leinen?
Leinen ist ein Naturgewebe, das aus den Fasern der Flachspflanze hergestellt wird. Als Stickstoff wird Leinen seit langer Zeit für Kreuzstich und viele weitere Sticktechniken verwendet.
Charakteristisch ist seine natürliche Gewebestruktur. Anders als bei Aida gibt es keine vorgegebenen Kästchen für die einzelnen Kreuzstiche. Stattdessen orientierst du dich direkt an den Gewebefäden des Leinens.
Wie wird auf Leinen gestickt?
Beim gezählten Kreuzstich auf Leinen wird häufig über zwei Gewebefäden gestickt. Ein Kreuz erstreckt sich dabei über zwei Fäden in der Breite und zwei Fäden in der Höhe.
Bei 12-fädigem Leinen und Kreuzstich über zwei Gewebefäden entstehen ungefähr 6 Kreuze pro Zentimeter.
Durch die gut sichtbaren einzelnen Gewebefäden lassen sich die Stiche gleichmäßig platzieren. Am Anfang benötigt das Zählen etwas Übung, wird aber mit zunehmender Erfahrung schnell selbstverständlich.
Was bedeutet 12-fädig oder 14-fädig?
Die Angabe beschreibt die Fadendichte des Leinens. 12-fädiges Leinen besitzt beispielsweise ungefähr 12 Gewebefäden pro Zentimeter.
Je höher die Fadendichte ist, desto feiner ist das Gewebe. Wird jeweils über zwei Gewebefäden gestickt, ergeben sich ungefähr folgende Werte:
| Leinen | Kreuze pro cm | Wirkung |
|---|---|---|
| 11-fädig | ca. 5,5 | gröber und großzügiger |
| 12-fädig | ca. 6 | gut erkennbare Struktur |
| 14-fädig | ca. 7 | feineres Stickbild |
| 16-fädig | ca. 8 | sehr feines Stickbild |
Warum verändert Leinen die Größe einer Stickerei?
Die Anzahl der Kreuze einer Stickvorlage bleibt immer gleich. Die Fadendichte bestimmt jedoch, wie viel Platz diese Kreuze auf dem Stoff benötigen.
Ein Motiv mit 60 Kreuzen Breite wird auf einem gröberen Leinen deshalb größer als auf einem feineren Leinen.
Vor dem Zuschneiden des Leinens lohnt es sich deshalb, die spätere Größe des Motivs zu berechnen und zusätzlich genügend Stoff für das Einspannen und die weitere Verarbeitung einzuplanen.
Die natürliche Struktur von Leinen
Leinen ist ein Naturmaterial. Kleine Unterschiede in der Stärke einzelner Fäden oder leichte Unregelmäßigkeiten im Gewebe können deshalb vorkommen. Sie sind ein typisches Merkmal des Materials und tragen zu seinem natürlichen Erscheinungsbild bei.
Gerade in Verbindung mit handgestickten Motiven entsteht dadurch eine lebendige Oberfläche, die sich deutlich von vollkommen gleichmäßig gefertigten Stoffen unterscheidet.
Leinen oder Aida?
Aida besitzt klar erkennbare Kästchen, die das Setzen der Kreuzstiche besonders einfach machen. Bei Leinen werden dagegen die einzelnen Gewebefäden gezählt.
Für Einsteiger kann Aida zunächst leichter zu überblicken sein. Wer das Sticken auf Leinen einmal kennengelernt hat, schätzt häufig besonders dessen natürliche Optik und die vielseitigen Möglichkeiten.
Worauf sollte ich bei Leinen achten?
Achte bei der Auswahl vor allem auf die Fadendichte, die Farbe und darauf, wie das fertige Stickstück später verwendet werden soll. Für ein kleines, feines Motiv kann ein anderer Stoff passend sein als für eine größere Stickerei oder ein Nähprojekt.
Gut zu wissen
Leinen wird mit Gebrauch und Verarbeitung häufig weicher. Gleichzeitig behält es seinen charakteristischen natürlichen Ausdruck. Damit eignet es sich nicht nur für gerahmte Stickbilder, sondern auch für viele handgefertigte Projekte und dekorative Stickarbeiten.