Rückstich
Der Rückstich ist ein gerader Linienstich, der bei Kreuzstichmotiven häufig für Konturen, Schrift und feine Details verwendet wird. Er wird meist nach den Kreuzstichen gearbeitet und gibt dem fertigen Motiv zusätzliche Struktur und Klarheit.
Was ist ein Rückstich?
Der Rückstich ist ein einfacher Linienstich, mit dem sich gerade oder leicht verlaufende Linien sticken lassen. Bei Kreuzstichmotiven wird er häufig verwendet, um Konturen, Schrift und kleine Details hervorzuheben.
Während Kreuzstiche Flächen und Farben eines Motivs bilden, kann der Rückstich anschließend einzelne Bereiche voneinander abgrenzen oder feine Elemente ergänzen, die sich mit vollständigen Kreuzstichen nur schwer darstellen lassen.
Wie wird ein Rückstich gearbeitet?
Beim Rückstich wird die Nadel zunächst ein Stück vor der gewünschten Linie nach oben geführt. Anschließend wird zurück in Richtung des vorherigen Stichs gestochen.
Für den nächsten Stich kommt die Nadel wieder ein Stück weiter vorne aus dem Stoff und wird zurück zum Ende des vorherigen Stichs geführt. Auf diese Weise entsteht nach und nach eine möglichst geschlossene Linie.
Die Arbeitsrichtung geht nach vorne – der einzelne Stich wird jeweils zurück zum vorherigen Stich gearbeitet. Daher kommt die Bezeichnung „Rückstich“.
Wofür werden Rückstiche verwendet?
| Verwendung | Wirkung |
|---|---|
| Konturen | Formen werden deutlicher abgegrenzt |
| Schrift | feine Buchstaben und Linien werden möglich |
| Gesichtszüge und kleine Details | ergänzen Elemente, für die ein Kreuz zu groß wäre |
| Verzierungen | ergänzen feine Linien innerhalb eines Motivs |
Wann werden Rückstiche gestickt?
Bei Kreuzstichmotiven werden Rückstiche häufig erst nach den Kreuzstichen gearbeitet. Dadurch liegen die Linien sichtbar über den bereits gestickten Flächen und können die Konturen des Motivs klar hervorheben.
Es lohnt sich deshalb, zunächst die Angaben der jeweiligen Stickvorlage zu beachten. Dort ist eingezeichnet, an welchen Stellen Rückstiche vorgesehen sind und welche Garnfarbe dafür verwendet wird.
Wie erkenne ich Rückstiche in einer Stickvorlage?
Während Kreuzstiche normalerweise durch Kästchen beziehungsweise Symbole dargestellt werden, erscheinen Rückstiche in einer Stickvorlage meist als Linien über dem Raster.
Die Legende der Vorlage zeigt dir, welche Garnfarbe für diese Linien vorgesehen ist. Je nach Motiv können unterschiedliche Farben für verschiedene Konturen verwendet werden.
Wie lang sollte ein Rückstich sein?
Die Länge richtet sich nach der Stickvorlage und dem Verlauf der Linie. Bei geraden Konturen können die Stiche über mehrere Gewebepunkte verlaufen, während Rundungen oder kleine Details häufig kürzere Stiche benötigen.
Besonders bei Kurven ergibt eine Folge kürzerer Stiche meist eine gleichmäßigere Linie als ein einzelner sehr langer Stich.
Wie viele Fäden werden für Rückstiche verwendet?
Rückstiche sollen häufig feiner wirken als die eigentlichen Kreuzstiche. Deshalb kann dafür eine andere Fadenanzahl vorgesehen sein.
Welche Fadenanzahl richtig ist, entnimmst du am besten der jeweiligen Stickvorlage. Sie ist Teil der Gestaltung und kann je nach Motiv unterschiedlich sein.
Gut zu wissen
Rückstiche können das Erscheinungsbild eines Kreuzstichmotivs deutlich verändern. Erst durch die feinen Linien werden manche Formen, Konturen oder kleinen Details richtig sichtbar.
Deshalb sind sie nicht einfach nur eine Umrandung, sondern können ein wichtiger Bestandteil des fertigen Stickmotivs sein.