Fadenspannung
Die Fadenspannung bestimmt, wie fest das Stickgarn auf dem Stoff liegt. Eine gleichmäßige Spannung sorgt für schöne, gleichmäßige Kreuzstiche, ohne den Stoff zusammenzuziehen oder das Garn unnötig fest anzuziehen.
Was bedeutet Fadenspannung beim Sticken?
Mit der Fadenspannung ist gemeint, wie fest das Stickgarn beim Arbeiten angezogen wird. Sie beeinflusst sowohl das Aussehen der einzelnen Stiche als auch das gesamte Stickbild.
Beim Kreuzstich sollte das Garn gleichmäßig auf dem Stoff liegen. Die Stiche sollen weder locker abstehen noch so fest angezogen werden, dass sich der Stickstoff verzieht.
Wie fest sollte der Stickfaden angezogen werden?
Der Faden wird nur so weit angezogen, dass der Stich sauber auf dem Stoff liegt. Zusätzliche Kraft ist nicht notwendig.
Besonders beim Kreuzstich sollen die einzelnen Garnfäden möglichst sichtbar auf der Oberfläche liegen und nicht tief in das Gewebe hineingezogen werden.
Woran erkenne ich eine zu hohe Fadenspannung?
Wird das Garn dauerhaft zu fest angezogen, kann sich das Gewebe rund um die Stickerei zusammenziehen. Die einzelnen Kreuzstiche wirken dann möglicherweise klein oder regelrecht in den Stoff hineingezogen.
| Beobachtung | Mögliche Ursache |
|---|---|
| Stoff zieht sich zusammen | Faden wird zu fest angezogen |
| Kreuze wirken eingesunken | zu hohe Fadenspannung |
| einzelne Stiche wirken unterschiedlich | wechselnde Fadenspannung |
| Schlaufen stehen vom Stoff ab | Faden möglicherweise zu locker |
Warum ist eine gleichmäßige Spannung wichtig?
Bei vielen nebeneinanderliegenden Kreuzstichen fallen Unterschiede in der Spannung stärker auf als bei einem einzelnen Stich. Gleichmäßig gearbeitete Kreuze ergeben deshalb ein ruhigeres Gesamtbild.
Dabei geht es nicht darum, jeden Stich mit exakt messbarer Kraft anzuziehen. Mit zunehmender Übung entwickelt sich ganz automatisch ein Gefühl dafür, wann der Faden richtig liegt.
Welchen Einfluss hat der Stickrahmen?
Ein Stickrahmen kann helfen, den Stoff während des Stickens gleichmäßig gespannt zu halten. Dadurch lässt sich die Spannung des Stickfadens häufig leichter beurteilen.
Der Rahmen selbst sollte den Stoff allerdings ebenfalls nicht extrem spannen. Der Stoff soll glatt liegen, ohne unnötig verzogen zu werden.
Auch das Stickgarn spielt eine Rolle
Nicht nur die Zugkraft beeinflusst das Aussehen eines Kreuzstichs. Auch die Anzahl der verwendeten Fäden und die Feinheit des Stickstoffes bestimmen, wie voll und dicht ein Stich erscheint.
Wirkt eine Stickerei nicht deckend genug, ist stärkeres Festziehen deshalb meist nicht die richtige Lösung. Stattdessen kann eine andere Fadenanzahl besser zur gewünschten Wirkung passen.
Soll ein Kreuz voller wirken, kann es sinnvoller sein, die verwendete Fadenanzahl anzupassen, anstatt denselben Faden stärker anzuziehen.
Verdrehte Fäden können das Stickbild verändern
Beim Sticken kann sich Sticktwist mit der Zeit verdrehen. Die einzelnen Fäden liegen dann nicht mehr gleichmäßig nebeneinander und ein Stich kann dadurch unruhiger oder dünner wirken.
Es hilft, die Nadel zwischendurch frei hängen zu lassen. Das Garn kann sich dabei wieder etwas ausdrehen.
Fadenspannung braucht etwas Übung
Gerade bei den ersten Stickarbeiten ist es völlig normal, dass nicht jedes Kreuz exakt gleich aussieht. Mit jedem Projekt entwickelt sich mehr Gefühl für Stoff, Garn und die passende Spannung.
Gut zu wissen
Eine gute Fadenspannung bedeutet nicht möglichst fest, sondern gleichmäßig und entspannt. Das Garn soll sauber auf dem Stoff liegen und das Gewebe dabei seine natürliche Form behalten.